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ENTWURF Deutschland fehlen 10.000 Forstleute – Sorge um den Wald22.10.2018

Angesichts der gravierenden Schäden im Wald – Stürme, die Dürre, Waldbrände und der Borkenkäfer verursachten bisher fast 30 Millionen Festmeter Schadholz – fordert der Bund Deutscher Forstleute (BDF) die Schaffung von 10.000 mehr Stellen. Nur damit lassen sich die Schäden eindämmen, der Waldumbau in stabile Mischwälder spürbar verstärken und die Waldbesitzenden Deutschlands adäquat beraten und betreuen. Der Klimaschützer Wald steht selbst im Kreuzfeuer des Klimawandels. Wenn der Wald weiter in seiner Vielfältigkeit und für die Erfüllung der zahlreichen gesellschaftlich wertvollen Leistungen erhalten bleiben soll, muss die Politik im Bund und in den Ländern spürbar aktiver werden und mehr Geld in die Hand nehmen.

•    30 Millionen Festmeter Schadholz (mehr als 1,5 Millionen aneinandergereihte Holz-LKW – länger als einmal um den Äquator)
•    300 Millionen vertrocknete Jungpflanzen
•    300.000 Hektar Schadflächen durch Borkenkäfer
•    300.000 Hektar Schadfläche durch die Dürre (insgesamt etwa 600.000 Fußballfelder)
•    Über 600 Waldbrände (2.500 Hektar Fläche)
•    2 Milliarden Euro Gesamtschaden im Wald allein in 2018

Das Jahr 2018 war das trockenste seit der Wetteraufzeichnung. Die Schäden im Wald waren noch nie so groß. Gleichzeitig arbeiten die Forstleute an der Belastungsgrenze. Es gibt kaum noch ausreichende Unternehmerkapazitäten, um die Schäden aufzuarbeiten und alle von Borkenkäfer befallenen Bäume aus dem Wald zu entfernen. 


„In den letzten Jahrzehnten wurde das Forstpersonal um die Hälfte reduziert. Das rächt sich jetzt kolossal. Die Herausforderungen für den Wald und seine Erhaltung ist nur mit deutlich mehr Forstleuten – egal in welcher Organisationsform – zu schaffen. Die Waldbesitzenden, aber auch die öffentlichen Verwaltungen benötigen deutlich mehr Geld für ihre Aufgaben“, so Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender des BDF.


Es geht um nichts weniger als die Aufrechterhaltung der Funktion der Daseinsvorsorge des Waldes für die Gesellschaft. Die Pflege und Erhaltung des Waldes auf einem hohen qualitativen Niveau für die Gemeinwohlfunktionen ist existenziell – für den Wald als Wasserspeicher, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, den Artenschutz, als Sauerstoffproduzent, CO2-Speicher und Ort der sportlichen Betätigung sowie der Erholung und für die seelische Gesundheit.


Ein stärkeres Engagement für klimastabilere Wälder durch Waldumbau, eine effektivere Waldbrandbekämpfung und eine bessere Beratung von WaldeigentümerInnen ist nur mit mehr und gutem Personal und Förderung möglich. Das kostet Geld.


Der Bund muss das Forstschädenausgleichsgesetz aktivieren, Waldbesitzende stärker fördern und die Länder müssen für Ihren Wald auch deutlich mehr Geld in die Hand nehmen.


„Wir erwarten von der Politik deutliche Zeichen und starke Hilfen für den Wald, also für die WaldeigentümerInnen und uns Forstleute“, so Dohle abschließend.