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Mit der Bioökonomie auf Zukunftskurs - Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress 201723.01.2017

Zum bereits vierten Mal luden der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) 2017 zu ihrem gemeinsamen Branchentreff, der Kombination von Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress, ein. Der Termin am 12. und 13. Januar in Berlin war ideal: Er bot den Teilnehmern noch die Gelegenheit, in den Genuss der Architektur-Ausstellung „Bauen mit Holz“ zu kommen, die das diesjährige Schwerpunktthema von Rohstoffgipfel und Kongress anschaulich präsentierte: Holz für die Märkte der Zukunft.

„Einen besseren Veranstaltungsort als Berlin hätten wir in diesem Jahr nicht finden können, und das nicht nur auf Grund der Ausstellung ‚Bauen mit Holz’. Denn wenn man sich hier umsieht, erkennt man, dass in den Städten das Zukunftspotenzial unseres Werkstoffs liegt“, sagte DeSH-Präsident Carsten Doehring. Allein in der Bundeshauptstadt fehlen laut Prognose derzeit über 150 000 Wohnungen. Holz biete hier kreative und vielversprechende Lösungen, beispielsweise durch Aufstockung oder Lückenschlüsse.

Erstmals eröffnete Bundesforstminister Christian Schmidt (CSU) den Sägewerkskongress. Er beglückwünschte den Verband zum Veranstaltungsmotto „Ende der Steinzeit“ – es zeige Selbstbewusstsein und Zielorientierung. Der Minister stellte sich zudem hinter die Branche und bekräftigte, dass Klimaschutz durch Waldbewirtschaftung und nicht durch Flächenstilllegung erreicht werden kann. Die Sägeindustrie charakterisierte er als zentrales Bindeglied zwischen Wald und Holzverarbeitung sowie Motor für Wertschöpfung in ländlichen Regionen.

Rohstoffgipfel: Holz für eine biobasierte Wirtschaft

Neben den Themen Holzaufkommen, Zertifizierung und Logistik beschäftigte sich der AGR-Rohstoffgipfel besonders mit dem Aspekt Rohstoffeffizienz. Auf die Frage, wie Holz in der Kreislaufwirtschaft noch effizienter eingesetzt werden kann, bietet die Bioökonomie zukunftsträchtige Antworten. Der Gipfel mit dem Fokus „Holz für eine biobasierte Wirtschaft“ zeigte, welche Möglichkeiten innovative Holzprodukte schon heute bieten. Vor allem Holzfaser- und Hybridprodukte sorgen seit geraumer Zeit für neue Optionen und Dimensionen im Holzbau. Doch der Bausektor wird nicht der einzige Zukunftsmarkt für Holz bleiben: „Die Nutzung ist inzwischen sehr facettenreich und verbindet eine Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen und Akteure, die wir zusammenbringen wollen“, erklärte AGR-Präsident Leonhard Nossol. Die Referenten aus Wissenschaft und Praxis machten sodann deutlich, dass die Anwendungsbereiche einer holzbasierten Bioökonomie weit über klassische Einsatzgebiete hinausgehen: Angefangen von Holzklebstoff über Bio-Kraftstoffe und Medikamente bis hin zur Verwendung in Nahrungsmitteln oder zur Produktion von Kleidung – überall könne Holz fossile Rohstoffe ersetzen und damit eine tragende Rolle in der Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft einnehmen.

Branche wünscht sich Unterstützung

Die verschiedenen Interview- und Diskussionsformate der Veranstaltung zeigten aber auch: der Weg dahin ist noch lang. Damit die Potenziale einer holzbasierten Bioökonomie tatsächlich genutzt werden können, müssten sich einige Rahmenbedingungen ändern, forderten die Teilnehmer. Zum einen fehle es an Forschung und rechtlicher Gleichstellung von Holz mit anderen Materialien, zum anderen muss Holz in ausreichender Menge vorhanden sein, damit es umweltschädliche Rohstoffe ersetzen kann.

Engagiert und klar brachte der 17-jährige Louis Motaal von der Schülerinitiative Plant for the Planet bei der Eröffnung des Rohstoffgipfels auf den Punkt, warum die NGO Flächenstilllegungen nicht befürworten kann: „Ein Kubikmeter Holz speichert im Durchschnitt eine Tonne CO2. Wenn der Baum jetzt aber im Nationalpark steht, dann verrottet er und ein Großteil des CO2 geht wieder in die Atmosphäre. Das ist blöd für den Klimawandel.“

Nutzungseinschränkungen, die nicht nur in stillgelegten Nationalparks, sondern auch in Wirtschaftswäldern um sich greifen, würden die politische Zielsetzung der Bioökonomie ebenso konterkarieren wie der auf der Veranstaltung mehrfach kritisierte Waldumbau hin zu einem Übermaß an Laubholz. Derzeit sehen sich die meisten Unternehmen aufgrund der angespannten Ertragslage jedoch nicht in der Lage, innerbetrieblich zu neuen Einsatzgebieten von Holz zu forschen oder in innovative Verfahrenstechnik zu investieren – auch wenn eine höhere Wertschöpfung dringend nötig erscheint.

Verpackungssektor nimmt neue Dimension an

Positiver gestaltete sich das Urteil über einen weiteren Zukunftsmarkt der Branche: den Verpackungssektor. Holzpackmittel nehmen im stetig wachsenden globalen Handel eine immer größere Bedeutung ein und verfügen aufgrund ihrer Flexibilität in der Fertigung sowie ihrer konstruktiven und ökologischen Vorteile über eine gute Perspektive. Mit der Nachfrage und der fortschreitenden Automatisierung hätten sich aber auch die Qualitätsanforderungen erhöht, bemerkten die Betriebe. Vor diesem Hintergrund gelte es, die Balance zwischen Kundenanforderungen und verfügbaren Holzqualitäten zu finden, um den Rohstoff Holz möglichst ressourceneffizient einzusetzen.

Speed-Dating als interaktives Themenradar

Als Plattform für unternehmenspraktische Herausforderungen und Lösungen erwies sich das Speed-Dating-Format erneut als besonders geeignet. Fachaussteller erhielten, wie im vergangenen Jahr, die Möglichkeit, Innnovationen aus Technik und Dienstleistungen in aller Kürze dem Plenum vorzustellen. Die Vorträge umfassten ein breites Spektrum; angefangen von Sägewerkstechnik über Fernwartung, Brandschutz, Kraft-Wärme-Kopplung, Zertifizierung von Hackschnitzeln bis hin zu effizienterem Kostenmanagement. „Wir wollten den eingeschlagenen Weg der Interaktion weitergehen. Das ist uns gelungen. Die Nähe von Referenten, Teilnehmern und Ausstellern hat zum intensiven Austausch auf der Bühne, im Konferenzraum und im Foyer beigetragen“, sagte Doehring.

Mit insgesamt 324 Teilnehmern und 30 Ausstellern knüpften AGR und DeSH im ehemaligen Nationalitätenrestaurant Cafe Moskau auch zahlenmäßig an die erfolgreichen Veranstaltungen der vergangenen Jahre an. 2018 werden der Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress vom 13. bis 15. März in Würzburg gastieren und wieder die Möglichkeit bieten, jenseits des Alltagsgeschäfts Denkanstöße und Impulse für die künftige Ausrichtung von Unternehmen und Verbänden zu geben. Erste Ergebnisse der Teilnehmerbefragung zeigen, dass die Themen Holzbau, Bioökonomie und Verpackung auf besonderes Interesse gestoßen sind und sicherlich auch in Würzburg eine Rolle spielen werden. Gut möglich zudem, dass der Branchentreff auch wieder die Hauptstadt beehrt: „Wir sind sehr zufrieden. Die Zustimmungswerte zum Veranstaltungsort Bundeshauptstadt sind hoch und Berlin ist definitiv eine weitere Reise wert“, so die Verbände abschließend.

Weitere Informationen finden Sie unter www.saegewerkskongress.de und www.rohholzverbraucher.de.

 

Teilnehmer der Pressekonferenz v.l.n.r: Lars Schmidt, Carsten Doehring, Leonhard Nossol, Xaver Haas, Jörn Kimmich, Dr. Denny Ohnesorge

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Die Deutsche Säge- und Holzindustrie ‒ Bundesverband e.V. (DeSH) vertritt die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei steht der Verband seinen Mitgliedern, darunter mehr als 600 Unternehmen aus ganz Deutschland, in wirtschafts- und branchenpolitischen Angelegenheiten zur Seite und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung des Rohstoffes Holz. Der Verband tritt in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht Die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.

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Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine optimale Versorgung seiner Mitgliedsunternehmen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.

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