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Klimaschutzbremse statt Klimaschutzplan Holzindustrie kritisiert Entwurf des Bundesumweltministeriums 07.07.2016

Klimaschutzplan 2050

Der zweite Hausentwurf des Aktionsplans Klimaschutz 2050 lässt wesentliche Maßnahmenvorschläge aus der Stakeholderbeteiligung unberücksichtigt, kritisiert die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR). Darüber hinaus ergänzte das Bundesumweltministeriums im neuen Entwurf Maßnahmen, die die treibhausgasmindernde Wirkung der Forst- und Holzwirtschaft stark reduzieren.

Der aktuelle Entwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ist so ambivalent wie die Forderungen vieler Umweltschutzverbände. Einerseits möchte man den Energie- und Ressourcenverbrauch verringern, um so die Klimaschutzziele der Bundesregierung noch erreichen zu können. Gleichzeitig fordert man jedoch die Beschränkung der Nutzung alternativer nachwachsender Rohstoffe, die genau diese Klimaschutzeffekte erzielen könnten. „Der Entwurf ist voll von ideologischen Allgemeinplätzen und Halbwahrheiten mit teils protektionistischen Ansätzen, die wahrlich nicht dem gemeinsamen Ziel des Klimaschutzes dienen“, so das Fazit von Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR.

Berechnung des CO2-Speichereffekts fragwürdig

In den Wäldern in Deutschland wurden im Jahr 2014 ca. 58 Mio. t CO2-Äq. gebunden. ... Aufgrund der Kohlenstoffspeicherung in langlebigen Holzprodukten wurden hingegen etwa 2 Mio. t CO2-Äq. eingebunden“ heißt es im aktuellen Entwurf des BMUB. Wissenschaftliche und international anerkannte Studien des Thünen-Instituts kommen jedoch zu ganz anderen Ergebnissen: Das Institut errechnet ein jährliches Minderungspotenzial in Höhe von 105 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten:

Insgesamt entspricht die CO2-Minderung rund 13 Prozent der gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands. „Wie kann man so etwas wissentlich ignorieren?“, fragt Ohnesorge. Entsprechende Vorschläge zur Nutzung des Potenzials wurden dem BMUB von der AGR und anderen Akteuren im Rahmen der Stakeholderbeteiligung unterbreitet und finden sich in dem Maßnahmenkatalog wieder, der Bundesministerin Dr. Hendricks am 19. März 2016 überreichtet wurde.

Weiter fordert das BMUB im Entwurf, die Umtriebszeiten zu verlängern, den Nadelwaldumbau voranzutreiben und weitere Waldflächen stillzulegen, um mehr Wälder einer natürlichen Entwicklung zu überlassen – alle drei Maßnahmen würden jedoch zu einer deutlichen Verringerung des jährlichen Holzaufkommens führen. Zugleich soll aber die vom BMUB erwartete steigende Holznachfrage zugunsten des ökologischen und energieeffizienten Holzbaus „nach 2020 überwiegend aus heimischer Erzeugung“ gedeckt werden. Holzimporten wird – pauschal und ohne entsprechende Angabe wissenschaftlicher Quellen – unterstellt, dass sie zu einer Emissionsverlagerung führen.

„Es bleibt zu hoffen, dass dieser zweite Entwurf des Aktionsplans Klimaschutz 2050 noch einer weiteren Revision unterzogen wird und zumindest die offensichtlichen Fehler und Widersprüchlichkeiten korrigiert werden, bevor das BMUB damit Klimaschutzpolitik betreiben möchte“, fasst Ohnesorge die Kritik der AGR zusammen.

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.
Dorotheenstraße 54, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 7202 0438 86     
E-Mail: presse@rohholzverbraucher.de
Internet: www.rohholzverbraucher.de

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht. Der Gesamtumsatz von 168 Mrd. Euro und die 1,3 Millionen Beschäftigten des Clusters Forst und Holz belegen die große volkswirtschaftliche Bedeutung, die diesem Industriezweig zukommt.

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