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Klimaschutzplan 2050 Maßnahmen erhöhen CO2-Gehalt, statt ihn zu senken27.09.2016

Bei der öffentlichen Anhörung zum Aktionsplan Klimaschutz 2050 kritisiert die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V. (AGR), dass treibhausgasmindernde Maßnahmen keine Berücksichtigung im Entwurfstext des Klimaschutzplans finden und einige Maßnahmen sogar das Minderungspotenzial der Forst- und Holzwirtschaft deutlichen senken würden.

Am 27. September 2016 lud das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zu einer öffentlichen Anhörung zum aktuellen Entwurf des Klimaschutzplans. Hauptkritikpunkt der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher: die Klimaschutzleistungen von Wald- und Holznutzung werden nicht berücksichtigt. Stattdessen sollen Umtriebszeiten verlängert, der Nadelwaldumbau vorangetrieben und weitere Waldflächen stillgelegt werden.

Eklatante Widersprüche

Doch woher, so fragt man sich angesichts der geplanten Nutzungseinschränkungen, soll dann das Holz kommen, das laut Entwurf des BMUB nach 2020 aus „überwiegend heimischer Erzeugung“ stammen und die steigende Holznachfrage beim ökologischen und energieeffizienten Holzbau decken soll?

Die Einschränkung der Rohstoffversorgung ist nicht der einzige Widerspruch im Entwurfstext. Gerade der angestrebte Klimaschutz ist durch die vorgeschlagenen Maßnahmen in Gefahr. Berechnungen haben ergeben: Sollte tatsächlich 10 % mehr Waldfläche stillgelegt werden, würde Deutschland bis zum Jahr 2052 auf die Einsparung von 1,26 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten verzichten. Kann sich Deutschland das angesichts seiner immer noch steigenden Emissionen wirklich leisten?

In den Berechnungen zum Klimaschutzbeitrag der Forst- und Holzwirtschaft des BMUB fehlt zudem der Substitutionseffekt durch den Einsatz von Holz. Das Thünen-Institut errechnete in einer aktuellen Studie ein jährliches Minderungspotenzial in Höhe von 68 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten: 2 Millionen Tonnen durch den in Holzprodukten gebundenen Kohlenstoff, 30 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch die bei stofflicher Holzverwendung entstehenden Substitutionseffekte. Hinzu kommen weitere 36 Millionen Tonnen CO2-Minderung aus Substitutionseffekten durch die energetische Verwertung von Holz. Insgesamt entspricht die CO2-Minderungsleistung durch die Verwendung von Holz rund 7,5 Prozent der gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen Deutschlands.

Volkswirtschaftliche Kosten ignoriert

Geplante Stilllegungen bedrohen die wirtschaftliche Grundlage vieler Betriebe in Deutschland – und damit Arbeitsplätze überwiegend in ländlichen Regionen. Eine reduzierte Holzproduktion bedeutet bereits beim Ziel von 5 % Flächenstilllegung eine entgangene Wertschöpfung von bis zu 476 Millionen Euro. Bei weiteren 10 % Stilllegung beläuft sich diese Zahl auf bis zu 1,5 Milliarden Euro, so der aktuelle Bericht des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichem Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

„Wir rufen das Umweltministerium dringend dazu auf, den aktuell eingeschlagenen Weg zu überdenken. Der Klimaschutzplan darf nicht für ideologisch begründete Flächenstilllegungsdebatten missbraucht werden, die noch dazu keinen oder sogar einen negativen Klimaschutzeffekt aufweisen. Um effektiv das Klima zu schützen, gilt es in Deutschland, die nachhaltige Holznutzung zu fördern und Waldnaturschutz ressourceneffizient, effektiv und nicht pauschal zu betreiben“, so AGR-Geschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

Die AGR hat ausgewählte Maßnahmen des Klimaschutzplan zusammengestellt und deren Effekt auf Klimaschutz und Wertschöpfung dargestellt. Dabei kommt sie zum Ergebnis, dass vielvorgeschlagenen Maßnahmen in Bezug auf die Minderung von CO2 wirkungslos oder sogar negativ wirken.

http://www.verband-crm.de/tmp_uploads/2016.09.26_effekte_der_manahmen_im_ksp_2050.pdf

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.
Dorotheenstraße 54, 10117 Berlin
Tel.:      +49 30 7202 0438 84     
E-Mail: presse@rohholzverbraucher.de
Internet: www.rohholzverbraucher.de

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht. Der Gesamtumsatz von 168 Mrd. Euro und die 1,3 Millionen Beschäftigten des Clusters Forst und Holz belegen die große volkswirtschaftliche Bedeutung, die diesem Wirtschaftszweig zukommt. 

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