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Nationalparkverwaltung plant Einstellung des Holzeinschlags im Nordschwarzwald11.03.2016

Nach Informationen der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e. V.
(AGR) bestehen seitens der Nationalparkverwaltung Pläne, die Bewirtschaftung zu ändern und die den Unternehmen der Holzindustrie zugesagte Holzmenge zu reduzieren.

Innerhalb des baden-württembergischen Ministeriums für den Ländlichen Raum (MLR) zirkuliert nach Kenntnisstand der AGR ein Vorschlag der Nationalparkverwaltung für eine geänderte Bewirtschaftung
des Nationalparks Nordschwarzwald. Änderungen soll es unter anderem bei der Höhe des Holzeinschlags geben: Streichung der sogenannten Entwicklungszonen und Prozessschutz auf der gesamten Fläche. „Wegfallen würden durch die veränderte Bewirtschaftung die 50 000 Kubikmeter Holz, die Forstminister Alexander Bonde den regionalen Unternehmen vor der Ausweisung
des Nationalparks eigentlich zugesagt hatte“, so AGR-Geschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen nach der Einrichtung des Nationalparks lassen sich exemplarisch an der Sägeindustrie festmachen: Entgegen dem Versprechen der Landesregierung hatten die Sägewerke im Nordschwarzwald bereits im ersten Jahr nach der Errichtung des Nationalparks mit einem Holzmengenrückgang zu kämpfen. Die aktuellen Pläne würden die Versorgungssituation
weiter verschärfen. „Durch den fehlenden Holzeinschlag aus dem Nationalparksgebiet sinkt die Wirtschaftsleistung der Betriebe mittelfristig um 46 Millionen Euro pro Jahr, rund 670 Arbeitsplätze sind gefährdet“, so Lars Schmidt, Generalsekretär der Säge- und Holzindustrie – Bundesverband e. V.

Bereits 2013 hatte Prof. Dr. Arno Frühwald von der Universität Hamburg im Auftrag der AGR eine Studie verfasst, die heute eingetretene Holzknappheit und ihre Auswirkungen skizziert hat. Die Studie weist zudem darauf hin, dass sich sozioökonomischen Ziele dem Naturschutz nicht entgegenstehen,
sondern sich vereinen lassen – und zwar in Konzepten einer multifunktionalen Waldwirtschaft, die sowohl Holznutzung als auch Naturschutz (auch auf gleicher Fläche) ermöglichen.

Die Verbände fragen sich angesichts dieser Entwicklungen, wie viel die Versprechungen der grünrot regierten Landesregierung gegenüber der Holzindustrie am Ende wert sind. Eine veränderte Bewirtschaftung des Nationalparks ist aus Sicht der betroffenen Betriebe sowie ihrer Verbände
unverständlich, da gerade in Baden-Württemberg der Bereich Forst und Holz als vorbildlich gilt: Der Cluster umfasst 29.000 Betriebe, 200.000 Beschäftigte und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von ca. 31 Milliarden Euro ‒ und das, indem ein natürlich und nachhaltig gewachsener Rohstoff zu umwelt- und klimafreundlichen Produkten verarbeitet wird.

Link zur Studie: http://goo.gl/imHLSP

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Dorotheenstraße 54 
10117 Berlin

Tel.: +49 30 - 72 02 04 38 8-4   
Fax: +49 30 - 22 32 04 89          
E-Mail: presse@rohholzverbraucher.de
Internet: www.rohholzverbraucher.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine optimale Versorgung seiner Mitgliedsunternehmen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht. Der Gesamtumsatz von 168 Mrd. Euro und die 1,3 Millionen Beschäftigten des Clusters Forst und Holz belegen die große volkswirtschaftliche Bedeutung, die diesem Industriezweig zukommt.

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