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Fachartikel/Studien

Holzdiebstahl im Wald20.12.2015

Immer wieder wird in Fach- und regionalen und überregionalen Tagesmedien über Holzdiebstahl im Wald berichtet. Doch wie groß ist dieses Problem tatsächlich? Wer sind die Betroffenen und wie hoch ist der Schaden? Was kann dagegen getan werden?

Diesen Fragen ist die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) im Rahmen einer Befragung bei Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft nachgagangen.

Das Ziel der Befragung war, die Häufigkeit, das Ausmaßes und die Tendenz von Holzdiebstahl im Wald abschätzen zu können. Anschließend wurden in zwei von der AGR organiseirten Runden Tischen zum Thema Optimierung der Holzbereitstellungskette am 8. Oktober 2015 und am 4. April 2016 die Ergebnisse der Befragung diskutiert und eine Problemanalyse durchgeführt.  

Eckdaten
Zielgruppe

Waldbesitzer und Forstbetriebe als Rohholzanbieter, Holzhändler und Unternehmen der Holzindustrie als Rohholzabnehmer sowie Holztransportunternehmen, die das Rohholz vom Wald in die Werke fahren, können von Holzdiebstahl betroffen sein. An diese Gruppen richtete sich daher unsere Befragung:

Zeitraum

Beginn: 9. September 2015 
Ende:  8. Oktober 2015

Teilnehmer

Die Ansprache der Unternehmen erfolgte direkt durch die Versand einer E-Mai an 370 Unternehmen in Deutschland sowie indirekt durch Verteilung über die Branchenverbände. Teilgenommen haben 54 Unternehmen. Bezogen auf die angebotene Rohholzmenge wurde zwar nur eine kleine Zahl der potentiellen Waldbesitzer und Forstbetriebe erreicht, jedoch ein Anteil in Höhe von ca. 35% des insgesamt in Deutschland verkauften Rohholzvolumens abgedeckt. 

Kernergebnisse
Laubindustrieholz bei Dieben beliebt

Den größten Anteil am gehandelten Holz belegt das Nadelstammholz, gefolgt vom Nadelindustrieholz. Jedoch ist das Laubindustrieholz bei Dieben begehrt und der Anteil der Diebstahlsmenge zur insgesamt gehandelten Menge des Sortiments hier am höchsten. 

Industrie eher als Waldbesitz betroffen

Insgesamt erscheint die gestohlene Rohholzmenge im Verhältnis zur gehandelten Menge mit einem Anteil von nur 0,06% als sehr gering. Die Befragten verweisen jedoch auf eine hohe Dunkelziffer.

Mit 96% der gestohlenen Menge sind die Abnehmer am stärksten betroffen.  

Steigende Tendenz, aber oft unklare Lage 

Der Anteil der Holzdiebstähle in 2014 erscheint höher als im Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Es werden weniger als die Hälfte der Verdachtsfälle zur Anzeige gebracht; oft dann nicht, wenn unklar ist, ob es sich um Diebstahl handelt oder andere Gründe die Fehlmengen verursacht haben können. 

Etwa die Hälfte der Befragten schätzt, dass das Problem des Holzdiebstahls in den letzten Jahren zunahm. Etwa ein Drittel sieht keine Veränderung. 

Fazit

Deutlich wurde bei der Befragung, dass das Ausmaß des Holzdiebstahls im Vergleich zur insgesamt gehandelten Menge mit 0,06 % sehr gering ist. Dennoch kann regionale Konzentrationen geben und auch der Schaden kann für ein einzelnes Unternehmen hoch sein. Deshalb setzen einige Unternehmen der Holzindustrie auf Transponder, die im Wald an Holzpoltern angebracht werden, um mit Hilfe von GPS den Dieb verfolgen und überführen zu können. Da die Unternehmen dies offen kommunizieren, wirkt es oft bereits als präventive Maßnahme. 

Insgesamt waren sich die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft in den Diskussionen der Runden Tische einig, dass zu viele Fehlerquellen in der Logistikkette Fehlmengen bzw. Ungenauigkeiten entstehen lassen. So könnte vor allem die Verbesserung der Holzbereitstellungskette den einen oder anderen Verdachtsfall ausschließen, bei dem heute noch von einem Diebstahl ausgegangen wird.

Die ausführliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie nachfolgend zum Download:

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