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Waldbesitz und Holzvorrat in Ost und West05.02.2018

Am 5. Februar 2018 sind die Berliner Mauer und das gesamte dazugehörige DDR-Grenzssystem auf den Tag genau so lange gefallen, wie sie gestanden haben: 10.316 Tage. 

Anlass, einen Blick auf zwei Faktoren im deutschen Wald zu werfen, jeweils gruppiert nach ost- und westdeutschen Bundesländern: die Besitzstruktur und den Holzvorrat. 

Laut Bundeswaldinventur 3 ist Bayern das Bundesland mit dem größten Waldanteil in Privatbesitz: über 12.963.000 m³. Mit weitem Abstand folgen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen sowie Brandenburg/Berlin. In all diesen Ländern ist der Privatwald zudem stärker vertreten als Staatswald (Bund, Land) oder Körperschaftswald.

Den größten Körperschaftswald weist Baden-Württemberg mit über 4.537.000 m³ aus, gefolgt von Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen. Bei den östlichen Bundesländern liegt Thüringen mit knapp 514.000 m³ an der Spitze des Rankings. Beim landeseigenen Staatswald ist Bayern mit 6.485.000 m³ bundesweit führend, im Osten Thüringen mit rund 1.400.000 m³, knapp vor Brandenburg/Berlin. Staatswald in Bundeshand spielt in allen Ländern nur eine vergleichsweise kleine Rolle.

Was den Holzvorrat betrifft, hat Bayern bei Eiche (ca. 575.000 m³) die Nase bundesweit vorn, im Osten ist Sachsen-Anhalt mit über 140.000 m³ auf dem Spitzenplatz. Bei Buche führt Baden-Württemberg mit 2.051.000 m³, im Osten der Republik steht Thüringen (über 662.000 m³) weit vor den anderen Ländern. Die einzige Baumart, in der ein östliches Bundesland deutschlandweit vorne liegt, ist die Kiefer: Hier dominiert Brandenburg/Berlin mit über 3.590.000 m³, gefolgt von Bayern mit knapp 2.847.000 m³. Bei Fichte sind die Bayern mit fast 15.404.000 m³ Bundessieger vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Im Osten führt Thüringen (ca. 2.124.000 m³) vor Sachsen.

Einheitlich gering fallen im Vergleich zu den bisher genannten Holzarten bundesweit die Vorräte von Tanne, Douglasie und Lärche aus. Bei der Tanne ist Baden-Württemberg mit über 1.050.000 m³ im Bundesvergleich am besten aufgestellt, Thüringen führt das Ost-Ranking mit knapp 4800 m³ an. Die Douglasie sieht Rheinland-Pfalz mit ca. 402.000 m³ vorne, im Ostdeutschland Brandenburg mit über 41.000 m³. Der größte Lärchenbestand findet sich in Niedersachsen mit über 330.000 m³, während im Osten Mecklenburg-Vorpommern mit fast 84.600 m³ den Spitzenrang für sich verbucht – in diesem Fall eine norddeutsche Dominanz in Ost wie West.

Quelle: Bundeswaldinventur 3 (2012) des Hamburger Thünen-Instituts (www.bwi.info)