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Hohe Biodiversität im Wirtschaftswald - AGR beteiligt sich am 8. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt31.01.2017

Mehr als 250 Fachleute diskutierten am 31. Janaur 2017 auf dem 8. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt über Biodiversität besonders im Wald. Die AGR informierte in der begleitenden Posterausstellung über Artenvielfalt im Wirtschaftswald.

Der Staatssekretär im BMUMB, Jochen Flasbarth, forderte mit Blick auf eine Vorbildfunktion Deutschlands, das auch Naturschutz von Ländern wie Brasilien oder Tansania verlange: Es ist unabdingbar, dass Deutschland sich einige Flächen leistet, auf denen die Natur sich selbst überlassen bleibt.

Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im BMEL hingen konstatiert: Wir können bei der Biodiversität viel erreichen, ohne dabei die wirtschaftliche Nutzung des Waldes einzuschränken. Er fordert, die Balance im Wald nicht einseitig zu Lasten der Forst- und Holzwirtschaft zu verzerren.

Aus dem AGR-Beitrag in der begleitenden Posterausstellung

Hohe Biodiversität im Wirtschaftswald

Die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung sieht vor, dass 5 % des Waldes aus der Bewirtschaftung genommen werden sollen, um den angenommenen Artenverlust zu stoppen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme kann, zumindest mit Blick auf Pflanzenarten, kritisch hinterfragt werden.

Quelle: Ernst-Detlef Schulze, Christian Ammer: Spannungsfeld Forstwirtschaft und Naturschutz, in: Biologie in unserer Zeit, Ausgabe 5/2015 
 

Kein Artenverlust im Wirtschaftswald

Die Flora im Wald enthält nur ca. 12 % der Pflanzenarten Deutschlands. Seit Beginn der Aufzeichnungen über Artenverluste vor ca. 250 Jahren ist im Wald trotz Bewirtschaftung keine einzige an Waldhabitate gebundene Art verlorengegangen.

Höhere Biodiversität

Im unbewirtschafteten Wald hat sich bislang keine Pflanzenart gefunden, die nicht auch im Wirtschaftswald vorkommt. Umgekehrt gibt es auf vergleichbaren Flächen eine größere Zahl gefährdeter Arten, die nur bei Bewirtschaftung vorhanden sind.

Quelle: Wahl, J., R. Dröschmeister, B. Gerlach, C. Grüneberg, T. Langgemach, S. Trautmann & C. Sudfeldt (2015): Vögel in Deutschland – 2014. DDA, BfN, LAG VSW, Münster. 

Wald erhält Artenvielfalt

Die Abbildung zeigt die zeitliche Entwicklung von Biotop-Indikatoren für Agrarland und für Wälder. Die Werte für 1970 und 1975 stellen dabei zurückgerechnete Vergleichswerte dar.

Die Indikatoren, mit denen die Artenvielfalt ganzer Biotope repräsentiert werden soll, beruhen auf nur wenigen Vogelarten und sind nicht unumstritten. Dabei ist zudem zu berücksichtigen, dass die Agrarwirtschaft einen „Bonus“ von ca. 20 % erhielt: das heißt der heute anzustrebende 100 %-Wert liegt bei ca. 80 % von 1970. Der Wald hingegen soll gegenüber 1970 20 % mehr ökologische Leistung erbringen.

Die Grafik zeigt: Während die Agrarwirtschaft sich verschlechterte, hat der Wald seit 1970 konstant seine Leistungen hinsichtlich der angestrebten Artenvielfalt erbracht.

Nachhaltige Holznutzung

Nachhaltig bedeutet, das Ökosystem Wald wird so bewirtschaftet, dass seine Funktionen erhalten werden und nachfolgende Generationen mindestens den gleichen Nutzen aus ihm ziehen können, wie die heutigen. Die Nutzung des Waldes wird in Deutschland genau geplant.

Die Verwendung des nachwachsenden Roh-stoffes Holz unterstützt den Waldumbau, stärkt die heimischen Forst-betriebe, sichert Arbeits-plätze und fördert regionale Rohstoff- und Wirtschaftskreisläufe.

Waldumbau

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland gilt weltweit als vorbildlich. Es wächst mehr Holz nach, als geerntet wird und der nachfolgenden Generation kann ein intaktes und nutzbares Ökosystem übergeben werden.

In der kommenden Waldgeneration wächst allerdings deutlich mehr Laubholz nach. Doch die Betriebe in Deutschland benötigen Nadelholz: 70–95 % der gängigen Holzprodukte bestehen aus Nadelbäumen.

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